German poem
Ich denke dein
by Betty Paoli (1814–1894)
Ich denke dein im Waldesgrunde, Ich denke dein beim Festgelag, Bei jeder Wonne, jeder Wunde, Bei jedem Hauch und Herzensschlag. Aus heitern Hoffnungsparadiesen, Aus der Verzweiflung Nachtverließen Wend' ich den treuen Blick dir zu – Und du?
Ich lieb' dich, als durch mich Erlös'te Vom Fluche, dem ich lang geweiht, Als meiner Freuden reinste, größte, Als mein verklärtest', schönstes Leid! Ich liebe dich, in sel'ger Beugniß, Als menschgewordnes Gotteszeugniß, Das mir verheißen Glück und Ruh' – Und du?
More by Betty Paoli
- Hoffst du auf das Geschick, wie oft wirst du verzagen!
- Ich
- Ich bin ein Sonnenstrahl voll Licht und Liebesduft
- Ich brauch, um Gott zu schau'n, nicht erst den Flug zu lenken
- Ich denke, dichten heißt: aus dem, was niemals war
- Ich hab genug gelebt, das Leben nicht zu scheuen
- Ich habe mich, wie auch mein Loos sich angelassen
- Ich harre stumm gefaßt