German poem
O frage nicht!
by Betty Paoli (1814–1894)
Warum, im Innersten zerrissen, Mein gramerbleichtes Angesicht Ich von dir wende, willst du wissen? O frage nicht! Ob deiner Stimme Zaubergrüße, Die Schönheit, die dein Haupt umflicht, Für mich verloren ihre Süße? O frage nicht! Ob unsre Trennung, schmerzdurchlodert, Für die mein Mund nun bebend spricht, Von mir, ob vom Geschick gefordert? O frage nicht! Ob, was ich leide, ohn' Verzagen Und ohne daß vor Qual es bricht, Ein Menschenherz vermag zu tragen? O frage nicht!
More by Betty Paoli
- Nichts kommt in des Lebens Reiche
- Noch sind wir ungetrennt, ob du mir auch entrannst
- Nur du!
- O blumenreicher Schmerz, der still zu nächt'ger Frist
- O glaubet nimmermehr, daß ich in eitlem Wahn
- O lauter Jubelruf, o wilder Schmerzenschrei
- O nimmer wieder!
- O schöner, bleicher Tod, du winkst mir mild und licht!