German poem
Wesenheit
by Betty Paoli (1814–1894)
O wie sie emsiglich die Silben spalten Und mühevoll des Denkens Grabscheit schwingen Der Gottheit tiefstes Wunder zu durchdringen, Des Genius geheimnißvolles Walten!
Ist ihm doch selbst die Kunde vorenthalten Der Kräfte, die ihn räthselhaft bedingen! Wenn in dem Frühlingshauch die Knospen springen, Sie wissen nicht, wodurch sie sich entfalten.
Der Diamant, gereift in dunkelm Schacht, Die Perlen, die sich heiter schimmernd ründen In unerforschlich tiefer Meeresnacht –
Sie wissen nicht, woran sie sich entzünden! Ihr aber, freut euch ihres Daseins Pracht Und gebt es auf, ihr Werden zu ergründen
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