Versos German Bjørnstjerne Bjørnson Das Kind In Unsrer Seele

German poem

Das Kind In Unsrer Seele

by (1832–1910)

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Zum Herrn im Himmelsraume Blickt auf ein Knabe unschuldstraut, Wie wenn zum Weihnachtsbaume, Ins Mutteraug' er schaut. Doch schon im Sturm der Jünglingsbahn Trifft ihn der Edenschlange Zahn, Und seines Glaubens Schranken, Sie wanken.

Da winkt voll Sonnenschimmer Sein Kindertraum im Myrtenkranz; Im Liebesblick malt immer Sich frommer Himmelsglanz. Wie einst im Mutterarm so gern, Preist wieder stammelnd er den Herrn Und löst sein betend Sehnen In Tränen.

Wenn dann zum Lebensstreite Er zweifelnd eilt in jähem Lauf, Steht lächelnd ihm zur Seite Sein Kind und weist hinauf. Mit Kindern wird er wieder Kind; Wohin sein Herz auch trägt der Wind, Gebet wird ihn vereinen Den Seinen.

Der größte Mann auf Erden, Das Kind in sich verlier' er nicht, Und selbst in Sturmbeschwerden Erlausch' er, was es spricht! Oft, wenn ein Kämpe fiel mit Scham, Das Kind war's, das als Retter kam; Es läßt von allen Wunden Gesunden.

Was Großes ward ersonnen, Ist Werk des Kinderfreudenstrahls; Was Starkes ward gesponnen, Das Kind in uns befahl's. Was schönheitsvoll in Herzen fiel, Lebt in des Kindes Unschuldspiel, Und Klugheit vollgewichtig Wird nichtig.

Wohl dem, der sich hienieden Wert zeigt, im eignen Heim zu ruhn; Denn dieses nur gibt Frieden Des Kindes mildem Tun. Uns alle, die des Lebens Schlacht Verhärtet hat und müd' gemacht, Wird Kinderlachens Tönen Versöhnen.