German poem
Freiheitslied
by Bjørnstjerne Bjørnson (1832–1910)
An "die vereinigte Linke"
(1877)
Freiheit! bist der Volkskraft Kind, Zorn und Sang dir Mutter sind! Kämpenstark als Junge schon Rangst du früh um Kampfeslohn; Warst umkreist allermeist Von Gesang und Witz und Geist; Freudig ist dein Tun, voll Macht So beim Pflug wie in der Schlacht.
Feinde stets und überall Lauerten auf deinen Fall; Fanden dich zu grob bei Tag, Führten, als du schliefst, den Schlag; Banden sacht dich bei Nacht. Du sprangst auf,--die Fessel kracht... Weiter schrittst du froh und stark, Du hast Schwung und du hast Mark!
Wo du wandelst, blüht der Pfad, Schwillt aus deinem Mut die Tat, Facht Gedanken deine Glut: Doppelst Kraft in Hirn und Blut. Landesrecht ist dein Knecht; Selber schufst du's, wahrst es echt. Nicht durch "wenn" und "ach" beschränkt, Fällst du jeden, der es kränkt.
Freiheitsgott, bist Lichtesgott,-- Nicht der Knechte Schreckensgott,-- Liebe, Gleichheit, Vorwärtsdrang, Frühlingsbotschaft sät dein Sang. Freiheitshort! Friedensport Winkt den Völkern durch dein Wort: "Einer nur ist Herre hier; Keine Götter neben mir!"