Versos German Bjørnstjerne Bjørnson Ii

German poem

Ii

by (1832–1910)

Listen in the reader

Ehre dem ewigen Frühling im Leben, Der alles durchweht! Kleinstem wird Auferstehung gegeben, Die Form nur vergeht. Geschlecht auf Geschlecht Müht sich empor zu schreiten; Art bringt Art hervor In unendlichen Zeiten; Welten gehn unter und steigen empor.

Nichts ist so klein, daß nicht Kleinres bestünde Unsichtbar. Nichts ist so groß, daß nichts Größres bestünde Ferne von ihm. In der Erde der Wurm Ist Berge zu bauen imstand'. Der Staub im Sturm Oder der rinnende Sand, Reiche hat er gegründet einst.

Unendlich das All, und Großes und Kleines Verschmelzen darin. Kein Auge wird schauen das Ende--keines Sah den Beginn. Der Ordnung Gebot Hat lebenerhaltend das All beseelt; Furcht und Not Zeugen einander; was uns quält, Wird zum Born, der die Menschheit stählt.

Ewigkeitssamen sind wir, die leben. Im Schöpfungstage Wurzeln unsre Gedanken; sie schweben, Antwort wie Frage, Saatenvoll, Über dem ewigen Grunde; Frohlocken drum soll, Wer in einer schwindenden Stunde Mehrte die Erbschaft der Ewigkeit.

Tauch' in die Wonnen des Lebens, du Blüte Im Frühlingsrain; Genieße, preisend des Ewigen Güte, Dein kurzes Sein. Füg' auch du Schaffend dein Scherflein hinzu; Klein und zag, Atme, soviel deine Kraft vermag, Einen Zug in den ewigen Tag!