Versos German Bruno Wille Ich und Du

German poem

Ich und Du

by (1860–1928)

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Wir hielten uns umschlungen; Nachtodem hauchte mild, Der Junimond durchblaute Gebüsch und Grasgefild.

Ich staunte in die Landschaft; Die lag so fremd. Doch klang Geheim aus Sternenmeeren Ein heimatlicher Sang.

Ich staunte in dein liebes, Mondbleiches Angesicht/ Auf deiner Augen Grunde Erglomm ein fremdes Licht.

Und dich auch sah ich staunen; Die Lippen zuckten stumm. So weh war unsre Liebe/ Wir ahnten wohl, warum.

So weh/ ob Mund an Munde Auch süßen Taumel trank; So weh/ ob Aug in Auge Auch liebetief versank.

Wir fühlten, Herz an Herzen, Wie ewig dich und mich Ein banger Abgrund scheidet/ Wir sind ja du und ich!

Wir schluchzten auf/ vor Heimweh! Die Heimat liegt so weit, Dort hinter Sternenmeeren, Weit, in der Ewigkeit.

Dort in der Heimat findet Dies bange Schmachten Ruh: Es fließen ineinander/ O selig/ ich und du.