German poem
Die Verlassene an die Quelle
by Carl Streckfuß (1779–1844)
Felsentochter, die du mit holdem Kosen Durch die Wiesen dich schlängelst, und der Ufer Mannigfaches Gebild so hell zurückstrahlst, Liebliche Quelle!
Wenn ich sehnend zu dir herab mich neige, Strahlt mir deutlich mein Bild aus dir entgegen, Doch kaum weich’ ich, so ist das hell gestrahlte Wieder verschwunden.
Soll ich hassen dich oder lieben? hassen Sollt’ ich, Flüchtige dich, doch wider Willen Lauscht mein Sehnen dir noch — du gleichst dem Jüngling. Der mich verlassen.