German poem
Uber die Blumen
by Catharina Regina von Greiffenberg
Du Allschöpffer auch die Lilgen / so in tieffen Thälern stehn / wunderschön herfür läst gehn. Ihr Gewand / die holde Blüh / altet nie.
Jedes Blätlein / jedes Strichlein / weiset deiner Allmacht Pfad / und die Würkung deiner Gnad; jedes trägt dein Weißheit-Bild in dem Schild.
Ihr der Erden schöne Sternen / holde Blumen / seyd das Werk / wo ich Gottes Güte merk: weil er euch so herrlich ziert / schutzt / regiert.
Wo der Augen Glanz hinblicket / wo mein Fuß sich nur hinsetzt / sih' ich alls von dir ergetzt. Dein Lob / was nur geht hervor / hebt empor.
Ach mein auserwählter Schöpffer! deine Güt' ist übergroß. Ja es ist der Erden Kloß / zu empfangen ihren Schein / viel zu klein.
Höchster! laß mich / dich zu loben / deine Wunder sehen an. überall man lesen kan / deinen nie verglichnen Fleiß / Ehr und Preiß.
Was betracht ich lang der Wiesen / Wälder / Felder / Gärten / Zier? hat doch deine Gnad an mir mehr gethan / die selbsten sich senkt in mich!
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