Versos German Catharina Regina von Greiffenberg Uber die Nachtigal

German poem

Uber die Nachtigal

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Hört der holden Nachtigall süssen Schall / durch den Busch erschallen: sie will / durch ein Kling-Gedicht / ihre Pflicht ihrem Schöpffer zahlen.

In dem weiß-geschmälzten Zelt aller Welt / seinen Ruhm sie singet: dahin zielt ihr Müh' und Fleiß / daß sein Preiß hell von ihr erklinget.

Dir / dir / dir / O höchster Hort / ohne Wort pfleg' ich Dank zu geben: ohne End ist mein Begehr / deine Ehr' äusserst zu erheben.

Jede Feder fordert Lob / ist ein Prob deiner milden Güte. Gib / so offt ich sie aufschwing / daß erkling Dank aus dem Gemüte.

Jedes Würmlein / das ich iss / ist gewiß deiner Schickung Gabe. Nimm / Erhalter / vor die Speiß / diesen Preiß / und mich ferner labe!

Dir sey Lob vor diesen Ast / wo ich rast: doch nit / dich zu loben. Nein! dein Ruhm wird für und für / dort und hier / hoch von mir erhoben.

Du hast / schöne Singerin / meinen Sinn auch in was ermundert. Nur von Gottes Gnad sing ich / weil ich mich ganz in sie verwundert.