Versos German Charles Baudelaire Geistiges Morgenrot

German poem

Geistiges Morgenrot

by (1821–1867)

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Wann an des Wüstlings Pfühl vereint mit bittrem Wehe Der rosig-weiße Schein der Frühe neu erwacht, So ists, als ob, geweckt durch rächerische Macht, Ein Engel wundersam im satten Tier erstehe.

Geahnter Himmel Zelt in fernentrücktem Blau Vertieft sich und verlockt wie eines Abgrunds Schatten Den Menschen, der noch träumt in leidendem Ermatten. So, göttlich Wesen, du, lichthelle, zarte Frau,

Schwebt auf der dumpfen Lust zerfallnen grauen Trümmern Vor meinen Blicken, die sich weiten, immerdar Dein hold Gedenken, rosig, mild und klar.

Der Sonne Feuer schwärzt der Kerzen nächtig Flimmern; So, lichte Seele, ist, verklärt und strahlenreich, Dein sieggewohntes Bild der ewgen Sonne gleich.