German poem
Herbst-Sonett
by Charles Baudelaire (1821–1867)
Dein auge klar kristallen birgt die frage: Weshalb · seltsamer freund · bin ich dir lieb? Sei schön und schweig! in meinem gram ertrage Ich nur des tieres unumhüllten trieb.
Die du in lange schlummer senkst · ich sage Vom höllischen geheimnis nichts das blieb Von unheilsworten die die flamme schrieb: Gift ist mir leidenschaft und geist mir plage.
Liebe mich sanft! aus dunklem heiligtume Spannt Amor listig des verderbens stahl Ich kenne seiner marterkammern qual:
Schreck wahn und schmach ... o bleiche wiesenblume! Bist du wie ich nicht auch ein herbstes-strahl O meine weisse meine kalte Blume?