German poem
Gesteh es nur mein kind, und lächle nicht zu viel
by Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (1616–1679)
Gesteh es nur mein kind, und lächle nicht zu viel/ Gewiß/ du weisest mir das erste liebes-spiel; Dann als dein süsser mund ein wort von würffeln sprach/ Da dacht ich allererst den sachen weiter nach.
Er würffelt gar zu wohl mit seinem augen-paar/ Ich hört und wuste nicht/ was das geredet war. Indem so blickest du mich gar zu freundlich an/ Da dacht ich allererst/ wie einer würffeln kan.
Ist diß die würffel-art/ wo mag das bretspiel seyn? Indem so führtest du mich bey der hand hinein. Es lag mit flor bedeckt/ ich macht es sanffte loß/ Und satzte mich damit auff deinen süssen schooß.
Ach das geliebte bret/ das mir gezeiget ward/ War doppelt/ rund und zart/ wie marmel weiß und hart/ Die augen gaben mir den rechten würffel-lauff/ Der mund den besten stein/ den setzt ich küssend drauff.
Wie wohl war mir dabey/ voraus mein liebgen dir/ Denn du/ du suchtest selbst die besten spiel herfür: Dick dack und contrapuff/ verkehren/ aus und ein/ Die solten unsre kurtz- und lange weile seyn.
Indem so ruffestu: Ach still! Ich höre was! Die frau/ frau mutter kömmt/ sie sieht/ sie mercket das. Ach wie entsetzt ich mich! Ach wie erschrackest du! Da deckten wir in eil das bretspiel wieder zu.
So war das spiel verstört. Trag aber keinen groll/ Zeig mir die würffel nur/ im fall ich spielen soll. Ihr mädgen lernet diß/ die ihr mich spielen seht/ Ich hab den besten stein in meiner liebsten bret.