Versos German Clara Müller-Jahnke Herbstakkorde

German poem

Herbstakkorde

by (1860–1905)

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Laublose Aeste strecken die Bäume wie flehend erhobene Hände gen Himmel, und wo ich schreite:

zu meinen Füßen ein dürres Rascheln, als glitte zur Seite mir leicht der Tod . . .

Im Hauch des Nordwinds flattert hoch oben im Wipfel der Eiche das letzte Blatt.

Wehe hernieder, einsames Blatt!

Nieder zum Staub müssen die bunten schimmernden Kinder des Lenzes alle; nieder zum Staub müssen die seligen Blütenträume des Menschenherzens, müssen die stolzen Lichtgedanken der Menschenstirne – – und er selber, der Mensch, der hochgewaltige, seelenbegabte Erdgebieter, nieder muß er, nieder zum Staub!

Du kennst sie, die ewigen wandellosen Gewalten – – was sträubst du dich?!

Schärfer weht der Nordost. Durch kahles Gezweig kichert und pfeift sein eisiges Gelächter . . .

Einsames Blatt, du sinkst!