German poem
Von den Mauern Widerklang
by Clemens Brentano (1778–1842)
Von den Mauern Widerklang – Ach! – im Herzen frägt es bang: Ist es ihre Stimme; Und vergebens sucht mein Blick Kehret mir ein Ton zurück? – Ist's nur meine Stimme? –
Auf der Mauern höherm Rand Sind die Blicke hingebannt, Doch ich seh' nur Sterne; Und in hoher Himmelssee Ich die Sterne küssen seh', Wären's unsre Sterne.
Nacht ist voller Lug und Trug, Nimmer sehen wir genug In den schwarzen Augen; Heiß ist Liebe, Nacht ist kühl, Ach ich seh' ihr viel zu viel In die schwarzen Augen.
Sonne wollt' nicht untergehn, Blieb am Berg neugierig stehn; Kam die Nacht gegangen. Stille Nacht in deinem Schoß Liegt der Menschen höchstes Los, Mütterlich umfangen.
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