German poem
Astrologie
by Conrad Ferdinand Meyer (1825–1898)
Ihr lieben Sterne tröstet allezeit, Wer dächte, daß ihr arge Zwingherrn seid! Ihr seid's! Als sich die Erde mir erhellt, Ward mir ein widrig Horoskop gestellt.
Weil, als ich kam, der Widder just geglüht, Bin ich von unverträglichem Gemüt.
Ein flackernd Himmelsirrlicht trägt die Schuld An meiner Wanderlust und Ungeduld.
Gewissen, lasse fürder mich in Ruh! Den Sternen schreib' ich meine Sünden zu.
Doch überleg es Hutten! Dreimal nein! Ein Sklave willst du nie gewesen sein.
Du bist ein Feind von jeder Tyrannei Und deine Sünden auch begingst du frei!