Versos German Conrad Ferdinand Meyer Gespenster

German poem

Gespenster

by (1825–1898)

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Am Horizonte glomm des Abends Feuer; Ich stieg, indes die Purpurglut verblich, Zum Römerturm empor und lehnte mich Randüber auf das dunkelnde Gemäuer –

Und sah, wie sich am Hange, scheu und scheuer, Die Beerenleserin vorüberschlich. Das arme Weibchen drückt' und duckte sich Und schlug ein Kreuz: ihr war es nicht geheuer...

Mich flog ein Lächeln an. Im Eppich neben Der Brüstung flüstert's: »Freund, in deinem Leben Ist auch ein Ort, wo die Gespenster schweben!

Führt dich Erinnrung dem zerstörten Ort Vorbei, du huschest noch geschwinder fort, Als das von Grauen gepackte Weibchen dort.«