German poem
Das gewißeste unter allen ungewißesten ist der Todt
by Daniel von Czepko (1605–1660)
Was fragst du umb die Stund, und umb den Augenblick, Ja umb des Himmels Höh' und um der Erden Breite: Was sol der Gleichstrich dir? Der Sonnen-Wende Seite: Der Sternen Wechsel Stand, das Rädlein vom Gelück.
Umbsonst quartierest du in die zwölff Haüser ein Die Herrscher der Geburt: Umbsonst suchst du die Wercke, Der Zeichen Fall und Gang, der Lichter Schwäch und Stärcke: Und ihren dritt- und vierdt- und sechsten Angelschein.
Wann den Gebuhrts Stamm du darauff von Jahr auff Jahr Dem Himmel nachgewaltzt, und iede Stellung funden, Was hast du denn davon? O Mensch, kaum einer Stunden: Ja zwischen dem ein Blick kaum ist und seiner Baar.
Ich wil ein andre Kunst, die aus dem ersten Blick In diesem Leben fleußt, dich lehrn, die heist: Wol sterben. Dis Thema nihm in acht: Wo du nicht wilst verterben, In jenem findest du den Tod, in diesem Glück.