Versos German Emanuel Geibel Im Winde kommt ein scharfer Ton

German poem

Im Winde kommt ein scharfer Ton

by (1815–1884)

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Im Winde kommt ein scharfer Ton, Die wilden Schwäne wandern schon, Die schöne Zeit geht scheiden; Du hast mich sommerlang geküßt, Nun steht nach anderm dein Gelüst, Wie sollt' ich's dir verleiden!

Am Berge liegt ein weißer Streif, So fiel auf deine Lieb' ein Reif, Heißt: Überdruß und Reue; In Windeswirbeln fliegt der Staub, Es bricht der Ast, es stiebt das Laub, Warum nicht deine Treue?

Fahr hin, ich weiß nun, wie du liebst; Ein Herz, das du nur halb vergibst, Das gönn' ich jedem andern. Fahr hin! Dein Weinen dünkt mich Hohn. Die wilden Schwäne wandern schon, Und ich, auch ich will wandern.