Versos German Ernst Koch Die Fische

German poem

Die Fische

by (1808–1858)

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In einer Kugel von Krystall Zwei gold'ne Fischlein wohnten, Die theilten ihre Schmerzen all Seit vielen vielen Monden.

Doch war dem kleinen gold'nen Paar Der Käfig nicht zum Leide, Denn weil so eins beim andern war, War's eine Welt für beide.

Und weil Gelübd' und frommer Schwur Die kleinen Zungen banden, So haben, Aug' in Auge nur, Die Fischlein sich verstanden.

Und grüßte draußen froh und laut Das Vöglein in den Zweigen, Hat eins das and're angeschaut Mit wehmuthsvollem Schweigen.

Und schienen in's Krystall hinein Der Abendröthe Strahlen, That sich der Liebe heller Schein In Fischleins Auge malen.

Sie träumten wohl von Meeresgrund, Von ferner Wogen Schäumen, Doch keines that dem andern kund Sein Lieben und sein Träumen.

Und weil nun eins mit so viel Schmerz Um's and're hat geworben, Da ist gebrochen Fischleins Herz, Und Fischlein ist gestorben.

Und weil's mit Sprache nicht begabt, Muß still das and're klagen: »Ich hab' Dich doch so lieb gehabt, Und konnt's Dir doch nicht sagen.«