Versos German Ernst Koch Die St.-Helena-Medaille

German poem

Die St.-Helena-Medaille

by (1808–1858)

Listen in the reader

Weis' her die wälsche Medaille! Wie funkelt so neu das Ding! Und so alt schon ist die Bataille, Wo Dein Arm zum Teufel ging.

Wär' weiter nichts mitgegangen, Nicht Dein Herz, Dein größter Schatz, Sie hätten Dir nicht gehangen Die Medaille an seinen Platz.

Sie hätten es nicht probiret, Nach fünfzig Jahren auf's Neu', Und zweimal speculiret Auf Deine Kaisertreu'.

Der Kaiser liegt im Grabe Und seine Garde dazu. Gott geb' ihm und seinem Stabe Pardon und die ew'ge Ruh'.

Viel Jahre sind gezogen Wohl über die Gruft daher. Kaum rauschen noch die Wogen Die blutige Kaisermähr.

Und Gras ist viel gewachsen Ueber Ehr' und über Schand', In Preußen und in Sachsen Und im Franzosenland.

Nun kommen sie wieder und äffen Und schmücken sich mit dem Ding Und werben Dich für den Neffen Um einen Silberling.

Kämen sie im Schlachtgebrause Zu hunderttausend Mann, Wir schickten sie nach Hause, Wie wir es schon gethan.

Und Du greifst nach dem Bande? Du heftest Dir es an? Du brüstest Dich mit der Schande! O, schäme Dich, alter Mann!