German poem
Gesang der Sterne
by Ernst Koch (1808–1858)
Wir ziehen über Berg und Thal Und über's weite Meer; Wir ziehen über Menschenqual Und Menschenglück daher.
Wir kennen, was in stiller Brust Sich vor der Welt verhüllt, Und was mit namenloser Lust Ein einsam Auge füllt.
Und wenn der Schmerz die Seele quält, Wir geben ihr die Ruh', Und wenn die Lieb' ihr Glück erzählt, So hören wir ihr zu.
Wir schau'n auf manches kühle Grab, An dem ein Mensch sich härmt, Und schimmern in die Laub' hinab, In der die Liebe schwärmt.
Wir reden mit dem Gram und sind Stets mit dem Kummer wach; Die Thräne des Entzückens rinnt Gern unter unserm Dach.
Wir schlingen in den luftigen Höh'n Den stillen frohen Reih'n, Und scheinen Ruh' und Wiederseh'n In jedes Herz hinein.—