German poem
Lied für den Jünglingsverein
by Ernst Koch (1808–1858)
Im Waffenkleid, in blankem Stahl Vom Kopf bis zu den Waden, Umsteh'n den tapfern General Die muthigen Soldaten. Im Auge blitzt der Heldenmuth, Verachtung für die Schande. Sie rufen laut—und schwenken den Hut— Ein Hoch! dem Vaterlande.
Und Hoch! dem General, der sie So oft ins Feld geführet, Und gegen manche Schlachtbatt'rie Die Truppen commandiret. Der sitzt mit seinem Ordensband Auf seinem stolzen Pferde, Und dankt, an seinem Hut die Hand, Mit freudiger Geberde.
Auch wir sind eine stärk're Armee, Als manche Contingente. Es hängt uns zwar kein Portepee, Kein Schwert um uns're Lende; Doch unser Schwert und uns're Wehr, Das ist der gute Glaube, Der heil'ge Schutz von Oben her Ist uns're Pickelhaube.
Auch unser Herz durchglüht der Muth, Auch wir verachten die Schande, Und rufen auch—und schwenken den Hut— Ein Hoch! dem Vaterlande. Das ist noch größer als Oesterreich, Als Preußenland und Polen, Man mißt's nicht aus, und lief man gleich Auf Siebenmeilen-Sohlen.
Und alle Menschen wohnen d'rin, Die Großen und die Kleinen, Das Land umschließt als Hüterin Eine Mauer von Edelsteinen. Und unser Herrgott hat gesagt: Mit Stürmen und Gewittern Soll nicht die Hölle, wenn sie's wagt, Dies Vaterland erschüttern.
Es leb' auch hoch der General, Der uns zu Felde führet, Und der uns nicht zum ersten Mal Zum Kampfe commandiret. Der sitzt nicht mit dem Ordensband Auf einem stolzen Pferde: Er trägt ein einfach schwarz Gewand Und geht auf rauher Erde.
Nicht streng ist sein Commandowort, Es dringt aus sanfter Kehle, Und dennoch reißt's wie Sturmwind fort, Und dringt uns durch die Seele. Er droht uns nicht mit Haft und Strang, Der Feind nur kriegt die Hiebe, Und unser ganzes Reglement Ist guter Will' und Liebe.
Sein Hauptquartier und Marschallzelt Ist eine stille Klause, Dort stünd' ein jeder, wenn es gält', Als Schildwach vor dem Hause. Wir halten bei ihm allzumal, Im Frieden wie im Streite. Es lebe unser Feldmarschall In seinem Ordenskleide.
Der Jünglingsverein an seinen Director,
bei dessen Abreise nach Rom,
am 10. April 1855.
Großer Jubel ist in Sion, und die Glocken rings im Land Bringen uns die frohe Kunde, daß der Herr vom Tod erstand. Und mit ihm aus langer Trauer ist erwacht die Creatur, Wird's lebendig in den Herzen und lebendig in der Flur.
O das ist ein Tag, da läßt sich wohl verwinden manches Weh, Und der Erde Leid und Kummer schmilzt dahin wie Frühlingsschnee. Zeigt sich dann im Menschenauge eine Thräne hell und klar, Das ist der verwund'ne Kummer, der vor Gott zerschmolzen war.
Wo Du weilest in der Ferne, fliegst auf rascher Eisenbahn, Schaukelst auf der Ströme Wellen, oder auf des Meeres Plan, Wandelst auf dem welschen Boden, unter'm blauen Himmelszelt, Oder durch die ew'gen Hallen in der großen Stadt der Welt:—
Unsre betenden Gedanken geben treu Dir das Geleit, Und die Heil'gen, die wir rufen, steh'n als Garde Dir zur Seit'. Jesus, Maria und Joseph steigen mit Dir ein und aus, Und zu Wasser und zu Lande fliegt ein Engel Dir voraus.
Aber, wenn Dein Werk vollendet und erfüllt ist Deine Pflicht, Heim aus Roma's Herrlichkeiten, heimzukehren zögre nicht. Wenn Du an der reichen Quelle, an dem Born des Lebens trinkst, Dann vergiß nicht Deiner Durst'gen, daß Du ihnen Labung bringst.
Segne uns noch, eh' Du scheidest! Deine Schaar ist nicht verwaist, Rufst Du betend auf sie nieder Vater, Sohn und heil'gen Geist. Dann leb' wohl auf Wiedersehen! und zum Liebespfand, Daß sie aus der Fern' uns leite, reich uns deine theure Hand.