German poem
Ach, wer hilft mit kluger Wahl
by Ernst Schulze (1789–1817)
Ach, wer hilft mit kluger Wahl All die Lieder mir gestalten, Die um deine Lippen walten, Die in deiner Augen Strahl Ohne Zahl Mit so holdem Liebesleben Lächeln, blitzen, glühn und schweben!
Flüchtig, leicht und bunt beschwingt, Schwärmen sie wie Frühlingsbienen; Alles seh' ich blüh'n und grünen, Lenz und Leben sind verjüngt, Jedes bringt Freundlich seine süßen Gaben, Um mein traurend Herz zu laben.
Eines will mit Sonnenschein Flur und Himmel mir besäumen, Jenes singt auf blüh'nden Bäumen Wie ein zartes Vögelein, Und im Hain Rinnt ein andres leis' und helle, Rauscht und spielt wie West und Welle.
Bange Lust und linde Ruh, Wünsch' und fröhliches Gelingen Lächeln, flüstern, wehn und singen Mir die Holden freundlich zu, Und was du Nimmer mir gewährst, das bieten Mir die süßen Liebesblüthen.
Schon dein sel'ges Bild allein Kann mir alles Schöne geben, Denn es wohnen Lieb' und Leben, Lenzgesang und Sonnenschein, Lust und Pein, Keuscher Thau und helle Flammen Dir in einem Blick beysammen.
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