German poem
Celle
by Ernst Schulze (1789–1817)
Unendlich dehnt sich rings die graue Haide, Und dunkel liegt der öde Fichtenhain; Doch leise schwimmt im heitern Sonnenschein Um's finstre Bild ein stiller Strahl der Freude.
Wohl flimmern hell am bunten Feyerkleide Die Thränen oft wie köstliches Gestein; Doch kann auch Tod am Leben sich erfreun? Naht Lächeln auch dem Ernst und Lust dem Leide?
O sey getrost! Es giebt ein ew'ges Licht! Nicht Tod noch Schicksal kann die heil'ge Gabe Der eignen Kraft der reinen Seele rauben.
Wohl darfst du weinen; zagen darfst du nicht; Denn menschlich ist die Thrän' am frischen Grabe; Doch göttlich ist's, zu lächeln und zu glauben.