Versos German F. Max Müller _Ulrich Boner._

German poem

_Ulrich Boner._

by (1823–1900)

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[Scherer D. 230, E. 221.]

Ein Predigermönch aus Bern. Er lebte bis nach 1349. Sein ‘Edelstein’ ist eine Sammlung von hundert Beispielen aus lateinischen und deutschen Quellen. Herausgegeben von Benecke (Berlin 1816) und von F. Pfeiffer (Leipzig 1844). Älteste Ausgabe Bamberg 1461, das erste deutsche Buch, welches im Druck erschienen.

Wen sprichet ‘dô der siech genas, dô was er, der er ouch ê was.’ wer bettet vil, und übel tuot, der ist sælig, wirt sîn ende guot. um guot geding und übel leben wirt vil swacher lôn gegeben. Eines zîtes daz beschach, daz ein wîg ze sîner muoter sprach und klagte ir bitterlîche nôt: wand er was siech unz ûf den tôt; er sprach ‘vil liebiu muoter mîn, mich dunkt ez müg nicht anders sîn, ich müez leider sterben. sol ich ouch denn verderben an der sêl, daz ist mir leit. sich an mîn grôzen erebeit, und bit die götte daz si sich wellen erbarmen über mich.’ diu muoter sprach ‘mîn liebez kint, die götte vaste erzürnet sint; du hâst bereicht der götten zorn: ich vörcht du müezist sîn verlorn. vil kûm die götte vergezzent des si sich vermezzent ze tuonde um dîne missetât. ûz vorchte nu dîn riuwe gât. dîn riuwe ist nu ze spâte komen: er mag dir kleine nu gevromen. nâriuwe wirdet selten guot. mich dunkt, er hab ein tumben muot, der nâch der rossen diupstâl alrêrst besliezen wil den stal. der riuw der sêle ist nicht gesunt, der von des tôdes vorchte kunt. ein wolf was siech: do er genas, er was ein wolf als er ê was. hætist du nicht erzürnet got noch übergangen sîn gebot, und hætist weder wîp noch man betrüebt, und hætist ab gelân dîn bœsiu werk in dîner jugent, und hætist dich gesetzt ûf tugent: sô möcht dîn bet got dankber wesen, und möchtist an der sêl genesen.’ Wer werden wil von gotte erhœrt, der achte daz sîn sünd zerstœrt werden, und sîn leben guot. wâ bittent werk, wort unde muot, die bet sol got erhœren wol, gât si von herzen, als si sol. wer got bittet umb diu ding diu der sêlen nütze sint, der wirt ân zwîvel des gewert, des er nâch nutz der sêl begert. wer bittet daz im schaden tuot, wirt der erhœrt, daz ist nicht guot. got wil erhœren dîn gebet nâch nutz, als er Sant Paulus tet, und nicht nâch dem willen dîn, mag ez der sêlen schedlich sîn. ist daz, dar umb du bittest got, mit werken hâst verdienôt, und du ûz dînem herzen lâst, ungunst und des nîdes blâst: sô wirst du vätterlîch gewert von gotte des dîn herze gert.