German poem
_Ulrich Von Lichtenstein._
by F. Max Müller (1823–1900)
[Scherer D. 211, E. 202.]
Ein steierischer Ritter, geboren um 1200, gestorben 1276. Sein ‘Frauendienst,’ in den seine Lieder eingeschaltet sind, ist 1255 verfasst und enthält seine Liebesmemoiren. Sein ‘Frauenbuch,’ 1257 verfasst, ist satirischen Charakters. Herausgegeben von Lachmann (Berlin 1841).
In dem walde süeze dœne singent cleiniu vogelîn! an der heide bluomen schœne blüejent gegen des maien schîn. alsô blüet mîn hôher muot mit gedanken gegen ir güete, diu mir rîchet mîn gemüete sam der troum den armen tuot. Ez ist ein vil hôch gedinge den ich gegen ir tugenden trage, daz mir noch an ir gelinge: daz ich sælde an ir bejage. des gedingen bin ich vrô. got geb daz ichz wol verende, daz si mir den wân iht wende, der mich freut sô rehte hô. Si vil süeze, valsches âne vrî vor allem wandel gar, lâze mich in liebem wâne di wîl ez niht baz envar; daz diu vreude lange wer, daz ich weinent iht erwache, daz ich gegen dem trôste lache, des ich von ir hulden ger. Wünschen unde wol gedenken dêst diu meiste vreude mîn: des sol mir ir trôst niht wenken, si enlâze mich ir sîn mit den beiden nâhen bî, sô daz si mit willen günne mir von ir sô werder wünne daz si sælic immer sî. Sælic maie, dû aleine trœstest al di welde gar: dû und al diu werlt gemeine vreut mich minr dann umb ein hâr. wie möht ir mir vreude geben âne die vil lieben guoten? von der sol ich trôstes muoten; wan ir trôstes muoz ich leben.
In dem Walde süsse Töne Singen kleine Vögelein; An der Haide blühen schöne Blumen in des Maien Schein Also blüht mein hoher Muth, Wenn er denkt an ihre Güte, Die mir reich macht mein Gemüthe, Wie der Traum den Armen thut. Hoffnung hat auf hohe Dinge Die Erwartung mir gestellet, Dass mir noch an ihr gelinge, Süsses Loos mir einst noch fällt. Der Erwartung freu’ ich mich: Gebe Gott, dass ichs beende, Dass sie mir den Wahn nicht wende, Der mich freut so inniglich. Die viel süsse Wohlgethane, Frei von allem Wandel gar, Lasse mich im lieben Wahne, Bis es endlich werde wahr, Dass die Freude lange währe, Dass ich weinend nicht erwache, Noch dem Trost entgegen lache Und der Huld, die ich begehre. Wünschen nur und süss Gedenken Ist die meiste Freude mein. Will sie mir den Trost nur schenken, Dass ich stäts ihr dürfe sein Mit den beiden nahe bei, Will sie das mit Willen leiden, Mir so holdes Glück bescheiden, Wünsch’ ich, dass sie selig sei. Süsser Maie, du alleine Tröstest Alle wunderbar; Mich erfreust du im Vereine Mit der ganzen Welt kein Haar: Möchtest du mir Freude geben Ausser ihr, der Lieben, Süssen? Trösten kann mich nur ihr Grüssen: Ihres Trostes will ich leben.
SIMROCK.