Versos German Ferdinand von Saar Mein Lied

German poem

Mein Lied

by (1833–1906)

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Nicht mögt ihr glauben, daß ich mir verhehle, Wie oft es widerspricht dem Geist der Zeiten; Schon will die Zukunft anders sich bereiten – Und so sind auch die Töne, die ich wähle.

Was auch der Ruhm der Gegenwart erzähle, Und welche Siege mächtig sie begleiten: Den inn'ren Zwiespalt könnt ihr nicht bestreiten – Und dieser Bruch, er ging durch meine Seele.

Doch nicht bloß er! Was da in euch gewittert, Was still und segensreich in euch erglommen: Durch meine Saiten hat es auch gezittert.

Auch ich sang meiner Zeit zu Lust und Frommen, Doch sie blieb taub, an Herz und Sinn zersplittert: Ich gab ihr Brod – sie hat's für Stein genommen.