German poem
Winterabend
by Ferdinand von Saar (1833–1906)
Wie muß der Tag sich neigen Im Winter, ach, so bald; Ein tiefes, mildes Schweigen Liegt über Flur und Wald.
Am Himmel noch ein Schimmern, Ein letztes, doch kein Stern; Trübrothe Lichter flimmern Aus Hütten still und fern.
Und trüb und immer trüber Der Landschaft weiter Kreis; Es zieht der Bach vorüber Eintönig unter'm Eis.
Horch – welch ein leises Beben Urplötzlich in der Luft? Geheimnißvolles Weben, Geheimnißvoller Duft!
Wie ferne, ferne Glocken Erklingt's – so wohl – so weh' –: Da fällt in dichten Flocken Zur Erde sanft der Schnee.