German poem
Einhundert ein und fünfzigstes Sonett: [Mein Phönix goldenes Gefieder leget]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Mein Phönix goldenes Gefieder leget, Den hohen, weißen Nacken zu umfangen, Kunstlos sich um den Hals, gleich theuren Spangen, Was Allen Lust, mir Weh im Herzen reget; Und ein natürlich Diadem er träget, Von dem die Lüfte rings ihr Licht empfangen; Draus flüss'ge Gluth, so in des Winters Bangen Mich zündet, still verschwiegen Amor schläget. Ein Purpurkleid mit himmelblauem Saume Rosenbestreut die schönen Schultern decket; Einzig Gewand und Schönheit nie gesehen! Den dort in reichem, dufterfüllten Raume Arab'scher Berge das Gerücht verstecket, Stolz seh'n wir ihn durch unsern Himmel gehen.
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