German poem
Einhundert ein und neunzigstes Sonett: [Amor thät linke Brust mir auf, zu fügen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Amor thät linke Brust mir auf, zu fügen Und pflanzen drein, vom Herzen rings umfangen, So grünen Lorbeer, daß sein lichtes Prangen Wohl möchte jeglichen Smaragd besiegen. Mit Seufzern schmückt' ihn so der Feder Pflügen Und süße Wasser, die aus Augen drangen, Daß Düfte dannen himmelwärts gegangen, Wie sie wohl nie von andern Zweigen stiegen. Holdseligkeit und Tugend, Ruhm und Ehre Und zücht'ger Reiz bey engelreinen Sitten, Das sind die Wurzeln dieser edlen Pflanze. So find' ich drinnen sie, wohin ich kehre, Selige Bürde! und mit frommen Bitten Beug' ich die Knie' vor ihrem Heilgenglanze.
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