German poem
Einhundert fünf und neunzigstes Sonett: [Held Alexander ward vom Zorn bezwungen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Held Alexander ward vom Zorn bezwungen, Drob Philipp ihn zum Theil noch überragte; Was half's, daß nur Lysipp sein Standbild wagte, Zu mahlen ihn, Apellen nur gelungen? So wüthend ward vom Zorn Tydeus durchdrungen, Daß sterbend Menalippen er benagte; Mit seinem Zorne Blindheit sich erjagte Sulla, und ward zuletzt von ihm verschlungen; Das kennt auch Valentinian, erkoren Durch Zorn zum Weh, und, der daran gestorben, Ajax, der Viel' erschlug und sich am Ende. Der Zorn ist kurze Wuth und unbeschworen Wird's lange Wuth, und dem, der sie erworben, Wird Schande oft, zuweilen Tod zur Spende.
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