German poem
Einhundert und zwölftes Sonett: [Hin, wo im Sonnenstrahl Gräser sich neigen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Hin, wo im Sonnenstrahl Gräser sich neigen, Und wo ihm trotzend, Schnee und Schollen ragen; Hin, wo kühl ist und leicht der Sonne Wagen; Wo ihre Strahlen sinken, wo sie steigen; In Armuth, oder zu der Stolzen Reigen; In heitre Luft, durch Nebel hingetragen; Hin in die Nacht, zu lang' und kurzen Tagen, Zu Jugendfrisch' und reifern Alters Neigen; In Himmel, Erde, Unterwelt gebettet, In sumpf'gen Thalesgrund, auf Bergeshöhen; Ein freyer Geist und an den Leib gekettet; Mit dunklem Nahmen und in Ruhmes Schimmer – Derselbe stets, werd' leben ich, wie immer, Fortseufzend, wie es fünfzehn Jahr' geschehen.
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