German poem
Einhundert vier und achtzigstes Sonett: [Welch Schicksal, welche Kräft' und Listen heben]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Welch Schicksal, welche Kräft' und Listen heben Wehrlos auf's Neu zum Schlachtfeld mich von hinnen Der Schmach? Ein Wunder wär' Entrinnen, Mein wär' das Weh, verlör' ich da mein Leben. Nicht Weh, nein, nur Gewinn! So freundlich weben Die Funken und die helle Leuchte drinnen, Die blendend mich in Gluthen läßt zerrinnen; Sah' ich brennend doch zwanzig Jahr' entschweben. Des Todes Bothen fühl' ich, wenn ich tagen Und fernher blitzen seh' der Augen Flimmer; Doch wenn sie näher sich mir aufgeschlagen, Amor so süß dann netzt und ritzt mich immer, Daß ich's nicht denken kann, geschweige sagen; Das Wahr' erreichen Witz und Sprache nimmer.
More by Francesco Petrarca
- Einhundert und zehntes Sonett: [Wann ich so süße Red' Euch hör' entbinden]
- Einhundert und zwanzigstes Sonett: [Himmel, Gestirn' und Elemente gaben]
- Einhundert und zweytes Sonett: [Amor will, daß ich sey dem Pfeil ein Zeichen]
- Einhundert und zwölftes Sonett: [Hin, wo im Sonnenstrahl Gräser sich neigen]
- Einhundert vier und dreyßigstes Sonett: [Süßen Gedanken Amor zu mir schicket]
- Einhundert vier und fünfzigstes Sonett: [Der Zweig, o Sonne, den du liebtest ehe]
- Einhundert vier und neunzigstes Sonett: [Wohl hatt' ich ein zufrieden Loos gewonnen]
- Einhundert vier und sechszigstes Sonett: [Die milde Luft, die sonnenwärts beweget]