German poem
Fünf und vierzigstes Sonett: [Der edle Baum, dem treu ich angehangen]
by Francesco Petrarca (1304–1374)
Der edle Baum, dem treu ich angehangen, So lang mir Zorn nicht rauscht' in seinen Zweigen, Ließ blühn mein schwach Gemüth und wachsend steigen Sein herbes Weh, von Schattennacht umfangen. Drauf, als ich mich nicht wähnte hintergangen, Und ihm statt Süße Herbe ward zu eigen, Da wandte sich nach einem Ziel mein Neigen, Zu sprechen nur von reinem Leid und Bangen. Was soll nun sagen, der in Liebeswonne Erseufzt, wenn Hoffnung meine neuen Lieder Ihm gaben, die nunmehr ihm dieses raubet? – »Kein Dichter pflücke je von ihm, nie wieder Leih Zeus ein Recht ihm, feind ihm sey die Sonne, Daß er vertrocknet dasteh' und entlaubet!«
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