German poem
Der Globus und die Katze
by Franz Bonn (1830–1894)
Der Globus und die Katze.
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Ein Geograph, gelehrt und alt, Beschaut der Erde Kreisgestalt Und all’ die Länder mannigfalt Auf seinem großen Globus.
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Wie er im Buch nun nachstudirt, Genau die Sache controlirt, Ein Kätzlein mit den Pfoten rührt Ganz leise an den Globus.
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Nun sucht er, was im Buche steht Auf seinem Globus – aber seht, Die Erde hat sich umgedreht! Da staunt der Geographe.
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Der Zweifel ist des Denkers Fluch. Er liest noch einmal nach im Buch, Ob nicht getäuscht ihn der Versuch – Und wieder dreht das Kätzlein.
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Wie er den Globus wieder schaut, Der Doctor kaum den Augen traut; Entsetzt entfährt ein Stammellaut Dem Mund des Geographen!
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Es muß im Buch ein Fehler sein. „Versteh’ ich denn nicht mehr Latein?“ Noch einmal gräbt er tief hinein In’s Buch die lange Nase.
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Doch sieh! die Katz’ hat wiederum Gedreht den großen Globus um, Da wird’s dem weisen Mann zu dumm, Das Buch entfällt den Händen.
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Und weil der dumme Globus nicht Dem Inhalt seines Buch’s entspricht, Die Wuth in hellen Flammen bricht Ihm aus der tiefsten Seele.
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In Trümmer schlägt er ohn’ Bedacht Den Globus, daß der Erdball kracht; Das Kätzlein aus dem Staub sich macht – ’s ist schade für den Globus! –
So geht es manch’ gelehrtem Mann; Wenn er von etwas dann und wann Den Grund sich nicht erklären kann, Schmeißt Alles er zum Teufel.
v. Miris.