German poem
Den Wolken nah, auf dürrer Felsenspitze
by Franz von Dingelstedt (1814–1881)
Den Wolken nah, auf dürrer Felsenspitze, Wo nur die Eulen nisten und die Raben, Will ich der Liebe Kenotaph bestatten. Ein letzter Blick zurück von meinem Sitze: Ich bin allein, ich habe sie begraben, Und ach! sie folgt mir nicht, wie einst der Schatten Euridikes dem Gatten. Da unten liegt, dem Auge kaum erkennbar, Die Hütte wie ein Särglein anzuschauen ... Ein Schmerz durchzuckt mich tödlich und unnennbar: Aus mit der Liebe! Fertig mit den Frauen! – Dann weiter in die Welt mit halber Seele, Der Haß ergänze, was an Liebe fehle!
More by Franz von Dingelstedt
- Auf diesen Felsen möcht' ich Hütten baun
- Aus kleinen Wurzeln sprossen starke Bäume
- Das ist der Dom mit seinen Mirakeln
- Daß ich Dich fand, bevor ich heimgegangen
- Der Herr! - es ist doch ein stolzes Wort
- Des Tags, da Christus starb zu Gottes Ehre
- Die Blätter rieseln von den Bäumen
- Die Schildwacht schreitet auf und ab