Versos German Franz Werfel Held

German poem

Held

by (1890–1945)

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Du Entfachter auf dem Scheiterhaufen, Dem die Feuer um die Stirne laufen, Sprich, was drückst Du die gepechten Drachen An Dein Antlitz, überschwemmt von Lachen?

Heiliger

Reiter Du auf dem bebuschten Pferde, Sieh mich an. Ich bin die Schuld der Erde! Und ich zahl mich! Wie die Aschen sinken, Brüllt schon Gott vor Lust, mich auszutrinken.

Held

Nennst Du Trank Dich und zerbrichst den Becher, Sieh mich an! So nenne ich mich Zecher. Dieses Da ist da, daß ich es saufe, Und wer mich säuft, meiner überlaufe!

Heiliger

Eitelster, der auf dem Rosse reitet, Deinem Pferd ist mehr die Welt bereitet! Ohne Opfer soll Dir Gott gehören? Wen Gott will, den muß er sich zerstören!

Held

Kann dies Jetzt denn ohne mich geraten? Gibt es Leben außer meinen Taten? Du und Er und alle sieben Reiche Sind, wenn ich sie in die Tasche streiche.

Heiliger

Nennst Du Leben die verruchten Stunden? Erst die Stunde, die Dich überwunden, Erst das Weh, zu dem Er Dich erkoren Hebt in Gnad Dich an. Du wirst geboren . . .

Held

Schon verbrennst Du, Mann, in Deinem Brennen. Brand, der nicht verbrennt, will ich mich nennen. Wer nicht liebt, kann nicht zugrunde gehen. Sterben alle, bleib ich doch bestehen.

Heiliger (schon als Asche zusammensinkend)

Alexander über tausend Meeren, Hör die Flammen an, die sich verzehren! Hör den Staub, zu dem ich mich vermische! Liegt ein Freund bei Dir an Deinem Tische, Ist sein Blut bestimmt, Dich zu bespritzen. Du vergißt, auch Du kannst nur besitzen. Schwer in Händen bleibt, was Du errungen, Im Besitz schon hat Dich Gott bezwungen! Daß er furchtbar seine Gnade wähle, Rüste die noch nicht verdammte Seele!