German poem
An meinen Mann auf der Reise
by Friederike Brun (1765–1835)
Laut heulet der Sturmwind Im luftigen Haupt Der zitternden Espe – Es brausen die Wogen Ans zackigte Ufer, Weit über das Ufer, Weit über die Steine, Mit zischendem Schaum!
Ich höre mit Zittern Den rauschenden Sturm; Ich höre mit Beben Die heulenden Wogen! Fern ist der Geliebte, Im schaurigen Walde, Am stürzenden Felsstrom, Im hallenden Thal!
Es hellet kein Sternlein Dir, Lieber! den Pfad; Dir lächelt, dir winket Kein Mondstral, o Trauter! In dunkleren Tiefen Weh’n hüpfende Flämmchen – O! folge, Geliebter, Den Täuschenden nicht!
O kehre bald wieder Zum heimischen Heerde! Nicht täuschende Flämmchen – Die Flamme der Liebe Im Busen des Weibes, Das Lächeln der Freude Im Auge des Knaben, Die harren Dein hier.