Versos German Friederike Kempner Beim Anblick eines prachtvoll gewesenen Bouquets

German poem

Beim Anblick eines prachtvoll gewesenen Bouquets

by (1828–1904)

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So sieht es aus das Irdische Nach kurzer Zeit! Das sind die blendenden Irrwische Der Zeitlichkeit!

Es schläft die Welt, es ruhen alle Herzen, Nur meines nicht— Ob Bösewichter Herzen haben? Bei mir brennt Licht: Wie ist solch dunkeln Räthsels Sinn zu lösen? Sie denken nicht— Und nur Phantome, ferne Schreckensbilder, Sind ihnen Recht und Pflicht.

Besessen ist die Welt Von Eigennutz und Geld, Und Alles zum— Verzweifeln dumm!

Parteilichkeit, Parteienhaß, Das schaut so grün und wird so blaß— Von Schlang' und Nesseln ein Gewühl!— Welch unnatürliches Gefühl! Welch unnatürliches Gefühl!

O kurze Zeit, des Lebens Zeit Noch kürzer durch Parteilichkeit In Confession und Politik: Parteienhaß hat keinen Schick! Parteienhaß hat keinen Schick!

Ginge es nach meinem Herzen, Würde Allen ich vergeben, Allen Denen, welche leben: Jene tausend Qual und Schmerzen, Welche sie mich ließen leiden, Kann sie darum nicht beneiden— Wälzten sich im goldnen Koth— Doch—vom Leben geht's zum Tod.

O Gott, Du weißt am Besten was uns frommt, Und gut ist Alles, was von Deiner Güte kommt, Allein die Menschen sind so schwach: Sieh' ihnen lieber Alles nach!

Giebt's ein Glück? Gab's ein Glück? Ich bezweifl' es sehr! Giebt es ohne Sturm und Angst Irgendwo ein Meer?—

Der Himmel ist hell, Das Feld es ist weiß, Es leuchten so kalt in der Ferne Unzählige silberne Sterne.

Die Nacht ist lang Der Traum ist bang Viel Geister, sie fehlen hienieden, Geb' Gott den Fehlenden Frieden!

Es eilt der Fluß Die Wiese entlang, Ein Vöglein hüpft Dabei und sang, Doch da der Fluß Kein Ende nahm Das Vöglein müd' Zurücke kam, Und sang nicht mehr Und grämt sich sehr, Weil's, ach, so schwer— Ach, gar so schwer, Und freut sich nie: Weil alle Müh Ihm nicht gedieh— Ihm nicht gedieh.

Im Traum sah ich die Mutter heut, O golden süßer Traum!— Ich sah sie so schön und wunderbar, Wie oft im Leben kaum.

Was kommst Du zu verkünden mir Du liebes Engelsbild?— »Mein Kind, vergieb die Sünden all, Sei immer gut und mild!

»Sei auch den Sündern gut gesinnt, Die Lüge ist ihr Brauch— Ein täglich wiederkehrend Gift— Vergieb den Sündern auch.«

Einen Vers soll ich Dir machen; Verse, Freund, sie sind verschieden Wie das Leben ist hienieden Oft sehr ernst und oft zum Lachen— Will 'nen heiteren Dir machen: Heiterkeit sei Dir beschieden, Allen Denen, die hienieden, Man kein X für U kann machen;—

Den Studenten, Die nie flennten, Die mit eignen Ohren hören, Nie auf eine Dummheit schwören, Nimmer süßlich sich bethören, Nie in falsche Schlingen rennten.—

An Diejenige, welche immer das Böse von mir abwehrte.

Vom Himmel schau hernieder, Und segne meine Lieder, Und halte Bosheit fern, Ich meide sie so gern; Die Bosheit eilt mir nach, Ist ewig für mich wach, Verfolgt mich schon so lange: Die dumme gift'ge Schlange!

Sei ein Held, ertrag' die Leiden, Laß Dein Aug' daran sich weiden, Laß Dein Aug' daran sich weiden, Sei ein Held, ertrag' die Leiden.

Depuis qui je suis née, j'ai vu la calomnie Exhaler le venin de sa bouche impunie.

Voltaire.

Kennt ihr sie nicht die böse bunte Schlange, Die vom Gebüsch die Ferse sticht? Sie schleicht verderbend auf dem Gange, Und tretet nie vor's Angesicht.

Ihr Weg ist Mord, allein ganz ungefährdet Vergiftet sie aus dem Versteck, Horch, zischend sie im Staube sich geberdet: O Menschen, schafft das Monstrum weg!