German poem
Gemälde
by Friederike Kempner (1828–1904)
Siehst Du die grünen Thäler, Das dunkle Abendroth? Die schäumend weißen Wellen, Darauf das kleine Boot?—
Drin sitzet die Geliebte, Ein Engel wunderhold, Mit klaren großen Augen, Das Haar so licht wie Gold.
Blümlein auf der Au, Blümlein, wunderblau, Sag' was zitterst so? Stürmt es irgendwo?—
Bächlein silberblau, Bächlein durch die Au, Gürtel ziehest so, Mündest irgendwo?
Fischlein auf dem Grund, Mit den Aeuglein klein, Fischlein schlank und bunt;
Wag' es Fischlein mein, Wag's zur guten Stund, Schwimm in's Meer hinein!