Versos German Friederike Kempner Lied

German poem

Lied

by (1828–1904)

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An Waldes Saum, an Waldes Saum, Da träumt das Blümlein einen Traum, Da träumt das Blümlein einen Traum.

»Mir ist so weh, mir ist so bang Drum sing' ich diesen Minnesang Drum sing' ich diesen Minnesang;

»Ihr Zauberblick, ihr Riesenschritt, Er nahm mir all die Ruhe mit, Er nahm mir all die Ruhe mit.«

Zu Ende war des Blümleins Lied, Das Blümlein sang's und es verschied— Das Blümlein sang's und es verschied—

Wen es wohl so geliebet hat, Das blaue Blümlein todesmatt? Das blaue Blümlein todesmatt?

Ich wette, ihr errathet's nicht, Drum sag' ich's euch ins Angesicht, Drum sag' ich's euch ins Angesicht:

Das Blümlein hat die Pflicht geliebt— Die Pflicht hat seinen Kelch zerstiebt, Die Pflicht hat seinen Kelch zerstiebt.

Und als man ihm ins Herze sah, Da lag das Herz entblättert da, Da lag das Herz entblättert da.

Kennst Du vielleicht ein Land Wo keine Bösen sind? Das wär' mein Heimathland, Ich ginge hin geschwind.

Kennst Du vielleicht ein Land, Wo Niemand Böses thut? Das wär mein Heimathland, Für Das gäb' ich mein Blut!

Bitterböse ist das Leben, Und vergeblich alles Streben Nach dem höh'ren Ziel: Alles bleibt ein Spiel, Illusionen es umschweben, Die sich nie als Wahrheit geben.

Menschliche Hilfe ist bald kaput, Göttliche Hilfe allein es thut.—

Mich greift die Langeweile, Ich schreibe keine Zeile, Kein Vogel gedeiht in solcher Luft, Wo Alles nur nach Gelde ruft; Wo Alles raset nach Gewinn, Kommt einem gar kein Lied in Sinn; Die Bäume stehen öd' und leer, Man hört kein einzig Zwitschern mehr!