Versos German Friedrich Hofmann Karl August

German poem

Karl August

by (1813–1888)

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Fünfzig Jahre schon begraben – Fünfzig Jahr’, und welche Zeit! Hörtest Du, wie von den Raben Der Kyffhäuser ward befreit? Ward nicht Goethe’s Sarg lebendig? Grollte nicht im Todtenhaus Friedrich Schiller’s Ruf unbändig: „Auf! Jetzt eilen wir hinaus!“

Schlummert fort! Es strahlt in’s Leben Hell doch Eurer Tage Zier, Und wo Männer sich erheben, Ihre Führer seid nur Ihr. Eure Worte, Eure Thaten – Trotz der Zeiten neuem Lauf – Immer geh’n sie noch wie Saaten Aus der Götter Händen auf.

Deutscher Fürst, dem Dienst des Schönen Hast Du diese Saat geweiht, Würdig Deutschlands größten Söhnen, Selber groß, Dich angereiht. Ob Du Höheren Dich beugtest, Sahst zu ihrem Geist hinan: In des Herzens Hoheit leuchtest Du dem Volk als erster Mann.

Warst der Erste auf dem Throne, Treu dem Wort und dem Beruf, Der dem Volk zum Siegeslohne Eine Burg des Rechtes schuf. Selbst befreit vom Zwang der Schranken, Die der Hof um Fürsten hegt, Hast die Hand Du ohne Wanken In des Bürgers Hand gelegt.

Größter Herzog Du der Sachsen, Der an seines „Freundes“ Hand Einst „so herrlich ist gewachsen“ – Grüß’ Dich heut’ das Vaterland! Kleines Land und große Geister – Mög’ es eine Mahnung sein! Werde nie der Spruch uns Meister: Groß das Land, die Geister klein!

Friedrich Hofmann.