Versos German Friedrich Hofmann Großvater und Enkel

German poem

Großvater und Enkel

by (1813–1888)

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„Davor gelegen in Schnee und Eis, Geschanzt und geschlagen in Blut und Schweiß, Die besten Cam’raden zu Tode getroffen – Und endlich gesiegt! Paris ist offen! Ich bin der Sieger – und darf nicht hinein! Da schlage das Donnerwetter drein!“

– Sei gut, mein Junge! Zwar – ich bin alt, Und dennoch hat wild sich die Faust mir geballt, Und Ihr seid noch Kerle von Feuerblut Und Ihr habt Recht, – aber, Junge, sei gut! Bedenk’: ich zog in Paris mit ein – Was brachten denn wir heim über den Rhein?

Was errang nach so viel Fluch und Schand’ Denn unser Triumph dem Vaterland? Du glaubst es mir, weil ich’s Dir sage: Sie belohnten uns mit dem – Bundestage! Den Franzosen gaben sie unsern Rhein! Da, Junge, schlage der Donner drein!

Spottleicht verschmerzt sich der Verdruß Ob dem alten Raubnest am Seinefluß: Ihr bringt uns Straßburg und Metz und zugleich Unsers Lebens Sehnsucht – Kaiser und Reich! Ein einig Deutschland und obendarein Ganz frei, ganz deutsch unsern alten Rhein!

Nur das Eine betrübt mich: das alte Lied Von der Ehre geborenem Unterschied! Ha, für solche Opfer nach solchen Zielen Noch des Standeshochmuths empörendes Spielen? – Muß vor aller Welt durch das Kreuz nicht gemein Soldaten- und Bürgerehre sein? Dein eisern Kreuz ist kein Gnadenstück, Dem Stande verliehn und gefälligem Glück Wer das erfocht und trägt mit Recht, Der ist für den höchsten Stand nicht zu schlecht. Jetzt müßt Ihr, treue Wacht am Rhein, Der Männerehre Hüter sein!

Mein eisern Kreuz, verdient mit Blut, Für Das, was es kostete, viel zu gut, – Erst jetzt ist es mir was werth geworden: Der Alte und Junge mit gleichem Orden! – Komm’ mit durch’s Dorf und in’s Wirthshaus hinein: Es lebe der Kaiser, es lebe der Rhein!

Fr. Hofmann.