German poem
Am Himmel immer gern
by Friedrich Rückert (1788–1866)
Am Himmel immer gern Sah ich der Liebe Stern, Und immer war er auch Ein Bote mir vom Herrn. Doch niemals sah ich ihn Als einen glänzendern, Wie ich ihn sehe nun Dort über Gräber fern. Es ist, als ob er erst Bekommen seinen Kern. Mit einem Blick, wie er Ziemt Friedenskündigern, Ruft er mir zu: »Blick' auf Vom Grab zu mir und lern': Ob deinen Toten scheint Wie über dir der Stern; Du wallest, und sie ruhn, Wie du wirst ruhn, im Herrn.«
More by Friedrich Rückert
- Als sich der Tod meiner Kinder bejährte
- Als von den vier Todeskranken
- Also sei ich selbst, und also mein Gedicht
- Alt und neue Welt
- Am Hügel saß ich nachts und war dem Thal entronnen
- Am letzten Tag des Jahrs blick' ich zurück aufs ganze
- Am Neujahrsmorgen merkt man wohl auf Schicksalszeichen
- Am Tage kann ich zügeln meine Schritte