German poem
Ich fürcht', es war Entweihung
by Friedrich Rückert (1788–1866)
Ich fürcht', es war Entweihung Der stillen Häuslichkeit, Daß ich sie der Beschreiung Liebloser Welt geweiht; In manchem Lied, gedichtet Aus meiner Kinderwelt, Die wie ein Traum vernichtet Jetzt auseinander fällt.
Und recht als wie zum Hohne, Da sie zusammenbrach, Kommt an mit Sündenlohne Der neuste Almanach. Das Honorar, das reiche, Das man dem Vater gab, Reicht, um der liebsten Leiche Zu kaufen grad ein Grab.
Und hab' ich mich versündigt, Daß statt des Herzens Schlag Der Harfe Schlag verkündigt, Was mir am Herzen lag? Nicht hab' ich mich gerühmet, Doch hab' ich mich gefreut, Und mir den Pfad beblümet, Der mir nun Dornen beut.
Die allgemeine Sünde Der Dichtkunst war es nur, Zu decken auf die Gründe Der innersten Natur. Und wie die Lust erklungen Aus meiner Siedelei, Sei nun das Leid gesungen, Und ob es Sünde sei.
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