German poem
Ich habe doch genug des Schönen aller Art
by Friedrich Rückert (1788–1866)
Ich habe doch genug des Schönen aller Art Auf dieser eiligen Vorüberfahrt gewahrt, Auf dieser eiligen Vorüberfahrt durchs Leben, Genug, den Menschengeist über die Welt zu heben; Genug des Göttlichen im Menschenangesicht, Im Spiegel der Natur und Dichtung Zauberlicht. Und wenn es mehr nicht war, so war es meine Schuld; Und daß es so viel war, ist Gottes große Huld; Die Strahlen jener Huld, die selbst das Aug' erschließen, Das eigensinnig sich dem Lichte will verschließen; Den Augendeckel rührt der Himmelkuß gelind: Sieh, das ist Gottes Welt und du bist Gottes Kind.