German poem
Wenn der Tag sich neiget
by Friedrich Rückert (1788–1866)
Wenn der Tag sich neiget, Das Getöse schweiget, Das er mitgebracht; Wie der Mond dann steiget Lieblich aus der Nacht;
So in lauten Stunden Wenn dem Geist entschwunden Seiner Sehnsucht Bild; Hat sich's eingefunden, Traum in Träumen mild.
Aber wie entfalten Wechselnde Gestalten Muß das nächt'ge Licht; Gleichen Schimmer halten Kann dein Bild auch nicht.
Wie der Vollmond schwindet Mehr und mehr erblindet Also mir dein Glanz; Bald, und wieder findet Er sich voll und ganz.
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