German poem
Von Sanct. Kilian
by Friedrich Spee (1591–1635)
Sanct. Kilian ein edler Schott/ Der Francken Apostolisch Bott/ Auß Rom vom Bapst in Franckenland. Der erste Bischoff ward gesandt. Der ist O Würtzburg Edle Statt/ Der dir gebracht den Glauben hatt/ Die Sonn hat dir das Licht gebracht/ das Liecht gebracht/ Das Liecht hat dir ein Schein gemacht.
Daß du jetzt bist ein Paradeiß/ Sanct. Kilian sag danck vnd Preiß/ Er hat gemacht gantz Francken frey Vom Vnkraut der Abgötterey. Er hat gesäet von Ort zu Ort Den guten Samen Gottes Wort/ Darauß alßbald gewachsen ist gewachsen ist Gosbert der Fürst ein newer Christ.
Daß nun der Lustgart wüchse sehr/ Vnd daß der Blumen würden mehr. Goß er darauff ein Regen gut/ Sein thewres vnd heyliges Blut. Vnd daß der Lustgart sicher blieb/ Blieb er darinn auß lauter Lieb. Zu Würtzburg ligt sein Leib im Grab/ sein Leib im Grab/ Vnd helt die Feind vom Garten ab.
Sein Seel auch vber Sonn vnd Mon Glantzt in dem Himmel Wunder schon/ Ein Sonnenschein vom Himmel send/ Vnd diesen Schein zum Garten wend. Ein solche influentz vnd Krafft/ Sehr grossen Nutz im Garten schafft/ Der Gart dardurch wird Blumen vol/ wird Blumen vol. Vnd alle Frücht gerathen wol.
O Würtzgart! wegen deiner Frucht Sanct. Kilian dich viel besucht: Ein Kräntzle du jhm geben hast Daß er noch trägt in Gold gefast. Das hastu Geila zugericht/ Weil er dein Sünd wolt leiden nicht/ O Marter Kron! O thewrer Krantz! O thewrer Krantz! O Kron! O Krantz! O Zier! O Glantz.
Wolan kom her du edler Franck/ Sanct. Kilian sag lob vnd danck. Vnd du Apostolischer Mann/ Bischoff/ Marter/ Sanct. Kilian: Laß dir die edle Francken dein/ Von Hertzen angelegen sein/ Den Garten fort beschützen thu/ beschützen thu: Vnd laß kein wildes Thier hinzu.
Kilianvs.