Versos German Friedrich von Bodenstedt Das Leben ist ein Darlehn, keine Gabe

German poem

Das Leben ist ein Darlehn, keine Gabe

by (1819–1892)

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Das Leben ist ein Darlehn, keine Gabe – Du weißt nicht, wieviel Schritt du gehst zum Grabe, Drum nütze klug die Zeit: auf jedem Schritt Nimm das Bewußtsein deiner Pflichten mit. Gewöhne dich – da stets der Tod dir dräut – Dankbar zu nehmen, was das Leben beut; Die Wünsche nicht nach Äußerm zu gestalten, Sondern den Kern im Innern zu entfalten; Nicht fremder Meinung untertan zu sein, Die Dinge nicht zu schätzen nach dem Schein; Nicht zu verlangen, daß sie sollen gehn, Wie wir es wünschen – sondern sie verstehn, Daß wir uns bei Erfüllung unsrer Pflichten (Da sie's nach uns nicht tun) nach ihnen richten.